Medizininkasso

Dem privatärztlichen Gebührenrecht kann beim Inkasso von privatärztlichen Honoraren erhebliche Bedeutung zukommen, oft durch die Erstattungspraxis der Privaten Krankenversicherungen. In vielen Fällen geht es aber darum, zahlungsunwillige Patienten dahin zu bewegen, die Rechnungen zu bezahlen. Die Unterscheidung ist wichtig, da für jede Alternative muss eine eigene Strategie verfolgt werden muss.

Daher sind branchenspezifische Kenntnisse unabdingbar, um die Erfolgsquote zu erhöhen.  Dann wird nur selten eine gerichtliche Beitreibung notwendig ist.

Arco Titelverwaltung

In ganz wenigen Fällen müssen die Gerichte mit der Eintreibung der Forderungen eingeschaltet werden. An deren Ende steht dann zwangsläufig auch die Zwangsvollstreckung an. Wenn nun eine Vollstreckung fruchtlos war, geben viele Ärzte entnervt auf.

Da es für viele Arztpraxen mühsam und zeitraubend ist, die Vollstreckung zu überwachen, wird fast ausnahmslos darauf verzichtet, die Zwangseintreibung bis zur Realisierung der Honorare fortzuführen. Damit ist allerdings ein Honorarverzicht verbunden, und es können Aufwendungen für die gerichtliche Eintreibung auch nicht ersetzt werden.

Hier setzt unsere Titelverwaltung ein. Denn der Patient kommt erfahrungsgemäß irgendwann auch wieder zu Geld. Bekanntlich kann man ein Arzthonorar mit einem vollstreckbaren Urteil („Titel“) 30 Jahre lang vollstrecken.

GOÄ

Vielfach werden gebührenrechtliche Argumente vorgetragen, die es zu prüfen gilt. Dies betrifft überwiegend die privaten Krankenversicherer.

Auslegungsfragen in der GOÄ

Daneben gibt es noch eine dritte Gruppe für Einschränkungen bei der Erstattung. Dabei handelt es sich um gebührenrechtliche Auslegungsfragen in der GOÄ. Aufgrund der beschriebenen unterschiedlichen Zielsetzungen der Gebührenordnung gibt es Auslegungsprobleme, die durch die Bundes- und Landesärztekammern, die Gebührenpraxis und die Gerichte geklärt werden müssen.

Tarifausschlüsse in der privaten Krankenversicherung

Die überwiegende Zahl der Privatpatienten hat eine private Krankenversicherung. Wie bei jeder Versicherung gibt es dabei diverse Ausschlüsse und Leistungsunterschiede je nach gewähltem Tarif. Das kann der Arzt naturgemäß nicht wissen. Auch Patienten kennen sich selten damit aus, da die Vertragsbestimmungen nur selten für juristische Laien verständlich sind.

Medizinische Notwendigkeit

Ein beliebtes Argument der PKV, um die Erstattungen zu reduzieren, ist das Vorbringen, dass keine medizinische Notwendigkeit vorliegt oder dass bestimmte Leistungen nicht unter eine bestimmte Gebührenziffer fallen. Auch wird gerne damit gearbeitet, dass eine bestimmte Methode wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist.

Das ist teilweise umstritten. Nach der Rechtsprechung wird die medizinische Notwendigkeit aus der Sicht vor Beginn der Behandlung („ex ante Sicht“) beurteilt. Danach ist eine Behandlungsmaßnahme dann medizinisch notwendig, wenn es nach den objektiven medizinischen Befunden und wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Zeitpunkt der Behandlung vertretbar war, sie als medizinisch notwendig anzusehen.

Dadurch werden besondere Formulierungen in den Erstattungsschreiben der Krankenversicherer verwendet. Darauf muss mit fachspezifischen Argumenten geantwortet werden. Wir wissen, wie wir darauf antworten müssen.

Erstattungsverhalten der PKVen

Die privaten Krankenversicherer haben immense Ausgaben für die Versicherten und suchen nach Wegen, um die Ausgaben zu reduzieren. Dabei kommt es häufig zu Leistungseinschränkungen.

Aufgrund der Erstattungspraxis der privaten Krankenversicherer entsteht bei den Patienten nicht selten der Eindruck, dass der Arzt falsch abgerechnet hat. Dies veranlasst viele Patienten, die Zahlung der Rechnungen aufzuschieben oder nur in Höhe der Erstattung zu bezahlen. Häufig werden auch Zahlungen überhaupt nicht beglichen. Auf Seiten der Patienten wird manchmal vorgebracht, dass Rechnungen oder Mahnungen nicht zugestellt worden sind. Auch ist vielen Patienten nicht bekannt, dass das Arzthonorar auch dann zu bezahlen ist, wenn die private Krankenversicherung nicht alles erstattet.

Dies alles erschwert den Forderungseinzug von privatärztlichen Honoraren. Die Arztpraxen haben oft nicht die Zeit, das Forderungsmanagement optimal einzustellen und an den entscheidenden Stellen die richtigen Maßnahmen einzuleiten. Dabei sind besondere GOÄ-Kenntnisse erforderlich. Wir übernehmen diese Arbeit gerne für Sie.